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Projekt AconcaguaMitte Februar ist der Sextner Mountainbike-Profi Roland Stauder mit den zwei Betreuern, Markus Troger und Thomas Mitterdorfer nach Südamerika aufgebrochen. Mit im Gepäck war das Ziel, einen Traum zu verwirklichen und einen Rekord aufzustellen.Nach monatelangen, harten Vorbereitungen in der Heimat liefen die ersten zwei Wochen in Chile nach Plan. In den ersten drei Tagen haben sie sich nach Valparaiso und Vino del Mar an die Chilenische Pazifikküste aufgemacht, um den besten Startpunkt zu finden, von wo sie dann die Fahrradstrecke ausgekundschaftet haben. Zur Aktion standen dann zwei Strecken zur Auswahl, denn das Stoneman-Team wollte nichts dem Zufall überlassen. So wurde dann tatsächlich am entscheidenden Tag auf die Zweitstrecke gewechselt um dem Gegenwind auszuweichen. Gleichzeitig wurde sofort mit den Filmaufnahmen begonnen, denn für die Sendung „Bergwelt“ sollte ein Beitrag gedreht werden, welcher in Italien bei dem „Bergfilmfestival“ gezeigt werde soll. Das Pustertaler Trio hat sich dann zum Akklimatisieren in den Nobelskiort La Parva in den Chilenischen Anden aufgemacht. 5 Tage waren sie in einer Höhe von 3.900 m bis 5.400 m. Dabei hat Roland die Gipfel El Pintor, La Leonera (5.000 m) und Plomo (5.400 m) bestiegen. Bis auf den El Pintor und den Leonera auf 5.000 m hatte er sein Bike dabei. „ Fantastisch mit dem Rad so weit oben zu sein!“, erzählte er begeistert. „Anfangs hatte ich ein ungutes Gefühl, den Bergsteigern gegenüber. Aber wo mir dann mein Bike ein hilfreiches Weiterkommen war, war es einfach nur noch bärig.“ Bergab konnte er zu 80% fahren, ein Riesen-Vorteil. Die Motivation stieg von Tag zu Tag und Roland war bereit. Die drei Pusterer machten sich auf den Weg nach Mendoza in Argentinien um nötige Formalitäten zu erledigen. Tags darauf machten sie sich auf den Weg zum Basislager vom Aconcagua. Der 30 km lange Marsch ins Horkonestal sollte gut im Gedächtnis eingeprägt sein, denn dieses Teilstück musste dann beim Rekordversuch nachts im Mondlicht bewältigt werden. Es wurden zwei Mulis gemietet um das Equipment von 80 kg ins Basislager zu transportieren. Aber dann begann das Wetter, die Vorbereitungen für das gewagte Vorhaben zu behindern. Trotz Schnee, Nebel und eisigen Temperaturen haben Roland und Markus ein Zelt im Lager Nido de Condores auf 5.500 m eingerichtet. Die geplante Gipfelbesteigung war nicht möglich. Die Drei wurden gezwungen im Basislager Plaza de Mulas im Zelt im Sturm abzuwarten. Als dann noch ein Mädchen mit Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung von über 10 Bergrettern vom stürmischen Berg auf einer Bahre geborgen werden musste, schwand der Tatendrang aufs Minimum. „ Es war schlimm, man litt so mit dem Mädchen mit“. „Es war nicht vorherzusehen, dass in diesem Jahr die Bedingungen so schlecht sein werden“, erzählt Stauder. In den letzten drei Monaten waren schon 8 Bergsteiger ums Leben gekommen, darunter ein argentinischer Bergretter. Dementsprechend schlecht war die Laune der Park-Ranger. Die Parkverwaltung war nicht besonders glücklich über mein Vorhaben. Nach zwei Tagen im Zelt kündigte sich drei Tage darauf ein Schönwettertag, dann aber wieder eine Wetterverschlechterung, an. Rechnerisch war das 1 Tag zu spät. Denn, einen Tag benötigten sie vom Basislager zum Ausgang und zum Pazifik, den zweiten Tag um sich zu erholen und am dritten Tag, den Schönwettertag, ist der Start am Meer. Am vierten Tag wäre Rolands Gipfeltag. Einen Tag zu spät! Nichtsdestotrotz wollte er nichts unversucht lassen und startete am ausgewählten Tag vom Strand in ConCon in Chile mit seinem Bike frühmorgens in Richtung Abenteuer. „Ich kämpfte mich durch den dichten Verkehr und ein lästiger Gegenwind hat den Anfang alles andere als einfach gemacht“, berichtet der Mountainbiker. Nach 50 Kilometern beschloss er, auf der Autobahn weiterzufahren, um die verlorene Zeit wieder gutzumachen. Ab Los Andes flachte der Wind ab und Stauder erreichte gegen Abend den Cristo-Retendor-Pass, von wo er nach Puente de Inca hinabrollte. „Während sich Markus und Thomas um die Formalitäten für die Einreise nach Argentinien kümmerten, konnte ich etwas Warmes essen und ein wenig ausruhen“, erzählt der Sextner. Am Eingang des Nationalpark „Aconcagua“ verstaute er das Mountainbike im Auto, im Wissen, dass die Idee mit dem Bike zum Gipfel unter solchen Bedingungen undenkbar war, und machte sich mit seinen Begleitern zu Fuß auf den Weg in Richtung Basislager. „Die ersten 10 km waren fast erleichternd, Thomas hatte Mühe mein Tempo zu halten. Allerdings hatte er auch mehr Gewicht zu tragen. Nach den ersten zehn Kilometern übermannte mich dann die Müdigkeit, aber mein Team verstand es mich mit coolen Sprüchen zu motivieren. Nach zwanzig Kilometern Fußmarsch stieg die Motivation wieder merklich an, da mein erstes Ziel, Plaza de Mula, immer näher kam. Um 4 Uhr morgens erreichten wir das Zelt und ich ruhte mich ein wenig aus und wir warteten auf das Tageslicht“, berichtet der Abenteurer. Mit Markus Troger brach Stauder dann in Richtung Nido de Condores auf. Das Wetter hatte sich tatsächlich verschlechtert, und die zwei Pustertaler kämpften sich ab dem Basislager durch 30 cm Neuschnee. „Jeder Schritt kostete viel Energie, und wir mussten immer öfter Halt machen. Ich versuchte, langsam zu gehen, um nicht zu viele Pausen machen zu müssen, da das Weitergehen nach jeder Pause schwieriger wurde“, blickt Stauder zurück. Die beiden Pusterer erreichten nach und nach das Lager „Canada“, das Lager „Nido de Condores“ und das letzte Lager „Berlin“. „Dann hatte ich keine Kraft mehr. Die Wetterverhältnisse waren viel zu schlecht und der Wind hat unsere Spuren zum Teil wieder zugeweht. Es war bereits 15 Uhr und damit zu spät, um einen sicheren Abstieg vom Gipfel garantieren zu können. „Für mich ein klarer Entschluss“, sagt Stauder. Tatsächlich war am Vortag der einzige Gipfeltag seit drei Wochen, so wie die Wettervorhersage es prophezeit hatte. Drei Bergsteiger waren am Aconcagua. „Ich war einen Tag zu spät! Auf 6.100 Metern musste er sich von seinem Traum verabschieden und ins Tal zurückkehren. „Der Weg auf den Berg war mein Ziel. Die Natur war ein zu großer Gegner. Ich habe den Gipfel zwar nicht erreicht, aber ich bin um eine unvergessliche Erfahrung reicher“, resümiert der zweifache Familienvater.
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